Nutzloses "Rettungssystem"

Trügerische Sicherheit?
Sicherheit ist ein wichtiges, wenn nicht DAS wichtige Thema für ältere Menschen. Zur Erlangung von Sicherheit  wird viel Geld bewegt. So verwundert es nicht, dass viele Anbieter ein Stück vom Kuchen für sich abschneiden wollen. Mit mehr oder weniger großen Versprechungen. Mehr oder weniger vertrauenswürdig! Manchmal ist die vermeintliche Sicherheit nutzlos. Manchmal jedoch kann es auch gefährlich für den Kunden werden, wenn er sich auf Hilfe verlässt, die im Ernstfall nicht verfügbar ist.

Hier ist die Geschichte von Herrn E. S.:
E. S. ist Schweizer. Inzwischen näher an 90, als an 80 und schon lange im Ruhestand. Er fühlt sich einsam. Gesundheitlich ist er angeschlagen. Sein Haus in der Schweiz hat er verkauft, um sich in Spanien mit einer Lebensgefährtin in ein Betreutes Wohnen einzukaufen. Das scheitert zunächst. Die Dame will nicht mehr. Man trennt sich. E. S. zieht allein in die gemeinsam gekaufte Wohnung. Dort gibt es Probleme mit dem Bauträger. Das Apartmenthaus steht jahrelang weitgehend leer. Auch mit der Betreuung klappt es nicht. E. S. kennt sich nicht aus, kann kein Spanisch. Eine jüngere Frau hilft ihm (glaubt er). Er seinerseits hilft ihr mit -zigtausend Euro, die er nie wieder sieht. 2011 werden die leerstehenden Wohnungen von neuen Betreibern übernommen und Solvida entsteht in Zusammenarbeit mit DiaCare, dem spanischen Pflegedienst der Diakonie Neuendettelsau. Solvida stellt die leerstehenden Einheiten fertig, beseitigt Unzulänglichkeiten und setzt das Konzept des Betreuten Wohnens um. E.S. freut sich, dass er endlich nicht mehr in einem Geisterhaus wohnt. Die Betreuung durch DiaCare kostet Geld. Das spart er sich zunächst, weil es ihm relativ gut geht. Erst, als er zunehmend gesundheitliche Probleme hat, bucht er den Basisservice durch DiaCare, verbunden mit dem Hausnotrufsystem.

Nun hat er noch ein Problem mit der Grundbuchsituation seiner Wohnung. Die ehemalige Freundin ist noch Miteigentümerin. Er muss ihr noch einen Teil des Kaufpreises zahlen, um Alleineigentümer zu werden. Durch Solvida lernt er Janette Vehse kennen, die ihm dabei hilft. Kurz darauf trennen sich Vehse und Solvida. Unregelmäßigkeiten kommen ans Tageslicht. Auch im Zusammenhang mit der Abwicklung der Grundbuchsache von E. S. ermittelt die Justiz gegen Janette Vehse. E. S. jedoch vertraut Vehse. Er macht sie zu seiner Generalbevollmächtigten. Unter dem Einfluss von Vehse kündigt er den Dienstleistungsvertrag mit DiaCare. Sie bietet ein „Rettungssystem“ mit einem Notrufhandy, das automatisch ihre Nummer wählt, wenn er auf dem Handy den Notruf auslöst.

Eines Tages geht E. S. zum Müll. Ein paar Straßen weiter. Er bricht auf der Straße zusammen. Wird bewusstlos von einer Streife der Guardia Civil aufgefunden. Im Krankenhaus findet man die Notrufnummer in seiner Geldbörse. Die Mobilnummer von Janette Vehse. Das Krankenhaus ruft an. Sie ist gerade in Deutschland und kann nicht helfen. Also ruft sie DiaCare an und bittet um Unterstützung. Die wird gewährt. Wir erinnern uns: E. S. Hatte den Dienstleistungsvertrag mit DiaCare ausdrücklich gekündigt, um nur noch Janette Vehses „Rettungssystem“ zu nutzen. E. S. geht es wieder besser. Janette Vehse stellt in der CBN ihr „Rettungssystem“ vor und bekommt einen großen PR-Artikel. E. S. wird als Referenz für das Funktionieren des „Rettungssystems“ groß herausgebracht. Kritische Leserbriefe werden von der CBN zurückgewiesen. Vehse war früher CBN Redakteurin. Das „Rettungssystem“ sieht neben dem „Notruf“ auch Vorsorgevollmachten vor, mit denen der Bevollmächtigte unbeschränkte Verfügungsgewalt über das Vermögen des Vollmachtgebers erhält. Gegen Vehse wird zu dem Zeitpunkt bereits wegen mehrfachen Missbrauchs von Vollmachten ermittelt. Trotzdem fördert „wir für Sie“ Vehse und ihr Rettungssystem in einer Promotionsveranstaltung in den Räumen der Kirche. „wir für Sie“ ignoriert nicht nur die Warnungen aus Solvida, sondern lädt sogar die Bewohner von Solvida zu der Veranstaltung ein. Es kommt zum Bruch zwischen Solvida und „wir für Sie“. Es folgt eine beispiellose Kampagne von „wir für Sie“ gegen Solvida. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Vehse erhoben. Wegen schwerer fortgesetzter Unterschlagung fordert der Staatsanwalt 2 Jahre und 4 Monate Freiheitsstrafe. „Wir für Sie“ jedoch wendet sich gegen den betrogenen Kunden, verleumdet und beschimpft den, der Vehses Taten aufgedeckt hat und empfiehlt Vehse weiterhin.

Inzwischen zieht sich die Diakonie wegen anhaltender Erfolglosigkeit aus Spanien zurück. DiaCare wird übernommen und wird zu SolvidaCare. E. S. lebt weiter allein in seiner Wohnung. Man grüßt sich, redet ein paar Worte, aber er will von SolvidaCare nichts wissen. Erwähnt im Haus, dass er Vehse als Erbin eingesetzt hat. Inzwischen geht es ihm gesundheitlich schlechter. Eine ehemalige Mitarbeiterin von DiaCare unterstützt ihn. Solvida und SolvidaCare haben keinerlei Informationen zu seinem Gesundheitszustand. Dann steht an einem Freitagmittag im Oktober 2017 sein Urologe vor dem Büro von SolvidaCare. Sein Patient E. S., sonst sehr zuverlässig, sei nicht zum vereinbarten Termin in der Praxis erschienen. Ob etwas bekannt sei. Er sei besorgt. Gefahr im Verzug! Solvida öffnet mit dem Generalschlüssel. E.S. liegt regungslos quer auf seinem Bett. Nicht ansprechbar. Offenbar ein Schlaganfall in der Nacht. Ein Handy liegt auf dem Nachttisch. Unerreichbar für ihn. Nur das besondere Engagement des Urologen sorgte dafür, dass er gefunden wurde. Notarzt, Ambulanz, Krankenhaus. Keine Informationen für den Notfall, Versicherung usw. zu finden. Die Ambulanz muss im Voraus bezahlt werden. Aus der Geldbörse von E.S. Dort ist auch ein roter Zettel . „SOS Notfallnummern“ Eine Festnetznummer. Die Nummer, die als Nummer von Jürgen Bayer, Ilse Kübler, „wir für Sie“ und Konzertfreunde verbreitet wird. Unter der Festnetznummer meldet sich eine Frau, die nichts weiß. Darunter eine Mobilnummer von Janette Vehse, die nicht mehr aktuell ist, seitdem Janette Vehse ihr Büro geschlossen hat. E. S. ist im Krankenhaus. Seine Katze bleibt unversorgt in der Wohnung, die SolvidaCare nicht betreten darf. Nachbarn kontaktieren die gelegentliche Pflegerin. Die erreicht  Frau Vehse. Die will organisieren, dass sich jemand um die Katze kümmert. Wieder war das „Rettungssystem“ für E. S. völlig nutzlos. Nur die Umsicht des Urologen hat E. S. möglicherweise das Leben gerettet. Hoffentlich ohne bleibende Schäden.

Nun wäre es zu billig, einfach zu sagen, dass das „Rettungssystem“ der Frau Vehse versagt hat. Wichtiger ist es, die Situation zu analysieren. Welche Erkenntnisse gewinnen wir?
Ein Notrufgerät ist im Ernstfall völlig nutzlos, wenn es nicht ständig am Körper getragen wird. Ein Handy auf dem Nachttisch nützt nichts!
E. S. wurde nur zufällig gefunden, weil er einen Arzttermin versäumt hatte und der Arzt vorbildlich reagierte. In seiner gesundheitlichen Situation wäre es wichtig gewesen, jeden Morgen einfach kurz nachzufragen, wie es ihm geht. Auch telefonisch. Das leistet das „Rettungssystem“ der Frau Vehse, empfohlen durch „wir für Sie“ nicht.
Man sollte sich bei „wir für Sie“ und der Kirche, die im Hintergrund steht, fragen, ob es ethisch vertretbar ist, den Privatkrieg, den Ilse Kübler und Jürgen Bayer mit und für Frau Vehse gegen Solvida führen, auf dem Rücken von Patienten auszutragen.

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Kommentare: 2
  • #1

    auch anonyhm (Samstag, 14 April 2018 08:03)

    In der Politik gibt es den Ausdruck::" SCHURCKENSTAAT"

    Wie würdest Du die Leute nennen, die unter Deinem Namen schreiben würden( natürlich auch ohne den eigenen Namen zu nennen) Solche die selbst etwas zu verbergen haben
    oder einfach nur Schmutzfink? Ich muss das leider Dir überlassen Den Bericht mit Unwarheiten kannst Du ruhig wieder löschen. ich habe das Gefühl, dass auf dieser Welt schon genug und zuviel gelogen wird,und will mich nun positieferen Themen zu wenden

  • #2

    Harald Wolff (Samstag, 14 April 2018)

    Gute Besserung!