Besuch und Verantwortung

Besuch ist gut! Wenn er willkommen ist. Viele Bewohner von Solvida bekommen Besuch, gelegentlich oder regelmäßig, von Verwandten, Freunden und Bekannten. Das ist schön und die Mitarbeiter von Solvida helfen gern, z.B. indem sie dem Bewohner helfen, sich „landfein“ für einen Ausflug mit den Besuchern zu machen. Oder einfach, indem sie den Besuch zum Bewohner führen. Vielfach sind die Besucher schon bekannt und das Solvida-Team freut sich mit den Bewohnern über die Abwechslung und liebe Menschen, die ihnen guttun. Soweit Bewohner ihren Besuch selbst empfangen und willkommen heißen können, ist Solvida freundlicher Helfer und Begleiter. Auf Wunsch! Ansonsten mischt man sich in die Privatangelegenheiten nicht ein.

Manche Bewohner können nicht mehr selbst öffnen. Es gibt auch Bewohner, die nur noch wenige oder gar keine Kontakte haben. Nun steht plötzlich jemand vor der Tür oder an der Rezeption und verlangt, zu einem Bewohner gelassen zu werden. Jemand, der bei Solvida nicht bekannt ist. Man muss also den Bewohner fragen, ob er diesen Besuch empfangen will. Wenn er/sie will ist das kein Problem. Manchmal ist jedoch keine klare Willensäußerung erkennbar. Dann liegt es in der Verantwortung von Solvida, herauszufinden, ob der Kontakt hergestellt werden soll, oder nicht. Maßstab ist das Wohlergehen des Bewohners.

Bereits vor Jahren ergab sich eine Situation, die klare Regeln erforderte: Ein sehr alter Herr, B., schon sehr hinfällig, lebte gut versorgt in seiner Wohnung in Solvida. Noch aus der Zeit, als er allein in seinem eigenen Haus gelebt hatte, gab es zwei Damen einer Organisation ehrenamtlicher Helfer, die unter dem Dach der evangelischen Kirche operiert. Diese Damen kümmerten sich um ihn. Besuchten ihn, leisteten ihm Gesellschaft. Ehrenwert! Nun befand Dame 1, dass Dame 2 Kunstgegenstände aus der Wohnung des Herrn an sich genommen habe, die er ihr, Dame 1, zugesprochen habe. Und umgekehrt. Das gefiel beiden Damen nicht und beide wurden fast gleichzeitig bei der Geschäftsleitung von Solvida vorstellig: „Sie dürfen Dame 1 (2) nicht nicht mehr zu Herrn B. lassen! Ich, Dame 1 (2) bin allein berechtigt und nur mir hat er seine Gegenstände geschenkt.“ Fragwürdig! Diese „Regelung“ akzeptierte die Geschäftsleitung von Solvida nicht, sondern hängte eine Besuchsregelung aus, die etwa folgenden Inhalt hatte:

  • Wer einen Bewohner besucht, bestimmt der Bewohner.
  • Kann der Bewohner sich nicht äußern, entscheidet eine notariell wirksam bevollmächtigte Person.
  • Gibt es keine nachgewiesene Vollmacht, so kann ein ausgewiesener Verwandter vorgelassen werden.
  • Kann eine Person keine nachvollziehbare Berechtigung vorweisen, entscheidet Solvida im Sinne des Bewohners.

Nun gibt es von Zeit zu Zeit einige Auffälligkeiten. Es erscheinen Personen, vorzugsweise an Wochenenden und in den Abendstunden, jedenfalls außerhalb üblicher Geschäftszeiten, und verlangen, zu Bewohnern oder in deren Wohnungen eingelassen zu werden. Das Personal von Solvida/SolvidaCare hat strikte Anweisung, niemanden vorzulassen, der nicht vom Bewohner selbst oder der Geschäftsleitung dazu autorisiert ist. Das führt manchmal zu lautstarken Protesten und intensiven Einschüchterungsversuchen seitens der Besucher. Diese dürfen sicher sein, dass das restriktive Verhalten der Mitarbeiter von der Geschäftsleitung nicht nur gedeckt, sondern gefordert ist. Wer einen Bewohner besuchen will, der sich nicht selbst äußern kann, muss dies zwingend vorher, während der Bürozeiten, mit der Geschäftsleitung abstimmen. Oder er/sie/es steht vor fest verschlossener Tür. Punkt!

Besonders krass ist ein Vorfall zu bewerten, der sich kürzlich am Wochenende zugetragen hat. Eine Bewohnerin ist einige Wochen zuvor verstorben. Bis jetzt ist kein Erbe bekannt. Am Sonntag erscheint eine Dame in Solvida und verlangt in resolutem Ton Zugang zur Wohnung der Verstorbenen. Sie sei eine Verwandte, habe einige Dinge geregelt und müsse nun in die Wohnung. Auch diese Dame wurde auf die Geschäftszeiten und an die Geschäftsleitung verwiesen. Die Dame protestierte so energisch wie vergeblich. Am Montag tauchte sie allerdings, trotz der vorgeblichen Dringlichkeit, nicht wieder auf. Auch hier eine klare Botschaft: Zugang zum Nachlass erhält nur, wer als Testamentsvollstrecker notariell beglaubigt ist, wer eine spanische, notarielle Erbannahme vorlegt, oder (die Verstorbene war Deutsche) einen deutschen Erbschein vorweisen kann. Die pure Behauptung, man sei verwandt oder sonst wie berechtigt, öffnet keine Tür in Solvida.

Die vorgenannten Äußerungen mögen für die Anspruchsteller unverständlich sein und führen immer wieder zu Gerede über die bösen Betreiber von Solvida. Andererseits stellen Sie sich vor, Sie sind hilflos und auf Schutz und Betreuung angewiesen. Würden Sie wollen, dass man jeden in Ihre Wohnung lässt? Nein! Solvida nimmt die Verantwortung für die Menschen, die sich uns anvertraut haben, ernst. Misstrauen sollten Sie denen, die sich darüber aufregen!